Selbsthilfegruppe NO-Mobbing Bergisches Land

Wir bedanken uns für folgende Grußworte zum 10jährigen Bestehen der Selbsthilfegruppe.

Grußwort des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

"Für viele Menschen ist es trauriger Alltag, dass sie von Kollegen, Vorgesetzten oder Mitarbeitern schikaniert, beleidigt oder gezielt benachteiligt werden. Nach aktuellen Untersuchungen leiden in Deutschland rund 1,6 Millionen Menschen unter Angriffen und Feindseligkeiten aus ihrem Arbeitsumfeld.

Schwerwiegende Auswirkungen hat das zuerst für die Betroffenen, die häufig erhebliche seelische und körperliche Beschwerden davontragen. Doch auch für die Unternehmen selbst hat das Mobbing beträchtliche Nachteile, angefangen von einem höherem Krankenstand über eine niedrigere Produktivität bis hin zu möglichen Imageschäden, falls die Öffentlichkeit von solchen Verhaltensweisen erfährt. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Mobbing, die zum Beispiel durch Heilbehandlungen und Rehabilitationskuren, Frühverrentung oder Arbeitslosigkeit entstehen, werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt betroffene Arbeitnehmer und Unternehmen in ihrem Vorgehen gegen das Mobbing - etwa mit gezielten Informationen für Unternehmen sowie Beteiligung als Partner an der MobbingLine NRW.

Eine große Hilfe sind zudem regionale Initiativen wie "No-Mobbing" Bergisch Land. Bereits über 1.000 Betroffenen konnte dort unentgeltlich geholfen werden. Wichtig ist auch die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit der Organisation, die mit zu einer Sensibilisierung von Wirtschaft und Gesellschaft führt.

Ich wünsche der Selbsthilfegruppe "No-Mobbing" Bergisch Land weiterhin Erfolg bei ihren präventiven Initiativen und bei der Beratung der Opfer"
(Dr. Jürgen Rüttgers, 2007)
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Grußwort des Ministerpräsidenten des Saarlandes

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So lautet der erste Satz des deutschen Grundgesetzes. Dass man immer wieder von Fällen hört, in denen die hier genannte Würde missachtet wird, stimmt traurig und darf nicht hingenommen werden.

Psychoterror am Arbeitsplatz ist leider keine Seltenheit. Zu viele Menschen leiden unter unfairen und hinterhältigen Angriffen von Kollegen und Vorgesetzten. Oftmals haben die Betroffenen keine Chance, sich zur Wehr zu setzen, und sind den gemeinen Attacken hilflos ausgeliefert. Mobbing ist kein Kavaliersdelikt.

Glücklicherweise gibt es Bündnisse wie die Selbsthilfeorganisation No-Mobbing, die sich für diese Menschen einsetzen, und ihnen in ihrer Notlage beistehen. Hier finden Menschen, die allein nicht mehr weiter wissen, eine Anlaufstelle und Hilfe im Kampf gegen das nieder- trächtige Mobbing.

Mein Dank gilt Gisbert Jutz, dem Leiter der Organisation, sowie allen Helfern und Mitarbeitern von No-Mobbing für ihren unentwegten Einsatz im Kampf gegen den Psychoterror am Arbeitsplatz. Ich freue mich über das Engagement solcher Institutionen und wünsche ihnen
viel Erfolg bei der Erreichung ihrer Ziele.

(Peter Müller, 2007)
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Förderer

Grußwort von Peter Jung

„Eine gute, kollegiale Atmosphäre am Arbeitsplatz ist mehr als die halbe Miete: Es ist essentiell, dass Kollegen und Vorgesetzte partnerschaftlich zusammenarbeiten. In einem angenehmen Klima arbeitet es sich entspannt und kreativ. Jeder, der schon einmal Opfer von Mobbing geworden ist, hat das Gegenteil erfahren. Darunter leidet nicht nur die Arbeit, sondern auch die Psyche, in schlimmeren Fällen sogar die Gesundheit und das soziale Umfeld.

Daher muss alles getan werden, um Mobbing zu verhindern und Mobbing-Opfern in ihrer Situation zu helfen. Die Stadt Wuppertal engagiert sich schon seit vielen Jahren für ein partnerschaftliches Miteinander am Arbeitsplatz. So ist im Jahr 2000 eine Dienstvereinbarung auf den Weg gebracht worden, die die Unterstützung von partnerschaftlichem Umgang und die faire Bewältigung von Konflikten festschreibt. Mit einer ständig weiter wachsenden Sensibilität für das Thema bekämpfen geschulte Helfer und Führungskräfte diese moderne Geißel der Arbeitswelt und arbeiten daran, Mobbing in jeder Form zu ächten – für mich eine der ganz wichtigen Aufgaben der Stadt als größter Arbeitgeber in Wuppertal.“
(Peter Jung, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, 2007)
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Grußwort von Uwe Schummer

"Mobbing ist Gift für das Betriebsklima. Wie der Biss einer Schlange lähmt es uns. Lenkt uns von den wesentlichen Aufgaben unserer Tätigkeit ab und raubt uns die nötige Kraft, die zur Arbeit nötig ist. Wer schon einmal betroffen war weiß, es kann ein Gang durch die Hölle sein.


Oftmals sind Missverständnisse der Stein des Anstoßes. Klar ist, es gibt in jedem Team Unstimmigkeiten. Wo Menschen zusammenarbeiten lassen sich Spannungen nicht vermeiden. Diese Unstimmigkeiten können bei richtiger Führung Quell der Kreativität und Innovation sein. Führungskräfte und Arbeitnehmervertreter müssen besonders sensibilisiert werden, um ein gutes Arbeitsklima zu gewähren. Allen muss klar sein, dass nur ein gemeinsames „am Strang ziehen“ zum Erfolg führt. Mobbing ist keine Lösung und muss mit allen Mittel bekämpft werden."
(Uwe Schummer MdB, 2007)
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Zeitgeschichte

Grußwort von Dr. Norbert Blüm

"Lass Dich nicht mobben -
nicht in der Schule,
nicht im Beruf:
N i r g e n d w o   !
Wehr Dich, Du bist "Wer"!

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Artikel 1 Grundgesetz"
(Dr. Norbert Blüm, 10.2007)
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Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Grußwort von Michael Sommer

"Arbeitsbedingungen sind nicht zuletzt geprägt vom Arbeitsumfeld, das die jeweiligen Beschäftigten umgibt. Mobbing am Arbeitsplatz kann die Arbeitssituation für die Betroffenen unerträglich machen. Die emotionalen Belastungen führen nicht selten zur Arbeitsunfähigkeit. Mit dem DGB-Index „Gute Arbeit“ haben wir ein Instrument geschaffen, das auch die aus Mobbing resultierende hohe Arbeitsunzufriedenheit erfasst. Durch den Index können die betrieblichen Interessenvertreter Mobbing im Betrieb als Handlungsfeld identifizieren und gemeinsam mit den Gewerkschaften Initiativen entwickeln. Dies betrifft ganz besonders Fragen der menschengerechten Gestaltung der Arbeitsorganisation, der sozialen Beziehungen und der Vorbeugung gegenüber psychischen Belastungen.

Die Kooperation  und Mithilfe von Mobbingberatungsstellen und Selbsthilfeorganisationen wie „NO-Mobbing“ sind hierbei eine wesentliche Unterstützung für die Betroffenen. Ihrem gezielten Einsatz ist es zu verdanken, dass gerade Themen wie Mobbing ernst genommen werden. Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und freuen uns über das hohe Engagement der Kolleginnen und Kollegen von „NO-Mobbing“, welches wir gern auch unterstützen.

Die Verwirklichung humaner Arbeitsbedingungen gehört zu den Kernanliegen der Gewerkschaftsbewegung. Arbeit ist gesellschaftlich gesehen eine Lebensnotwendigkeit und daher so zu organisieren, dass sie von den Arbeitenden nicht vorwiegend als Last empfunden wird, sondern zu Wohlbefinden führt, die Persönlichkeit entwickelt und das Selbstwertgefühl erhöht. In den Worten der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Die Gesellschaft hat die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Arbeit „eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit“ ist.

Wir haben im Rahmen unseres langfristig angelegten Projektes DGB–Index „Gute Arbeit“ ca. 6.000 Beschäftigte über ihre Arbeitszufriedenheit befragt. Die Befragung hat ergeben, dass nur 12 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland von den Beschäftigten als umfassend positiv beschrieben wurden, 54 Prozent der Arbeitsplätze liegen im Mittelfeld. Mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze, nämlich 34 Prozent, wurden  als mangelhaft eingestuft. Dieses Ergebnis kann niemanden zufrieden stellen. Der Handlungsbedarf für Gewerkschaften und Organisationen wie „NO-Mobbing“ zeigt sich einmal mehr sehr deutlich. Gemeinsam können wir erreichen, dass die Arbeitsverhältnisse besser werden. Dem engagierten Einsatz der ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen möchte ich daher hiermit meinen besonderen Dank aussprechen."
(Michael Sommer, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes - DGB, stellvertretender Präsident des internationalen Gewerkschaftbundes - IGB,  11.2007) 
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Grußwort von Frank Bsirske
         
„Arbeit gehört zum Leben. Und wenn man am Arbeitsplatz mit Schikanen verfolgt
wird,
übler Nachrede und im höchsten Maße unkollegialem Verhalten ausgesetzt ist,

dann wird nicht nur die Arbeit zur Qual, das wirkt sich auf das Privatleben, die Psyche,
Familie und Freunde negativ aus. Hier müssen Kolleginnen und Kollegen im
Betrieb genau hingucken, das Wort ergreifen und die Mobbingopfer vor unfair handelnden Vorgesetzten
und anderen Beschäftigten schützen.

Die Gewerkschaft ver.di setzt sich dafür ein, dass unter Mobbing leidende Beschäftigte eine Stimme bekommen und Hilfe erhalten. In zahlreichen Dienst- und Betriebsvereinbarungen haben Betriebs- und Personalräte sich des Themas angenommen, indem sie einen institutionellen Rahmen schaffen, in dem die praktische Arbeit im Betrieb oder in einer Dienststelle dazu stattfindet.

In der Selbsthilfegruppe No Mobbing Bergisches Land haben sich Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen ehrenamtlich engagiert, damit Mobbingopfer auch außerhalb eines Betriebs oder einer Dienststelle einen geschützten Raum haben, in dem sie sich treffen, austauschen, Hilfe suchen und Abstand gewinnen können, um ihre Situation wieder zu verbessern.

Dafür zolle ich den aktiven Kolleginnen und Kollegen meinen ausdrücklichen Respekt. Ich spreche ihnen meine Anerkennung aus dafür, dass sie sich in ihrer Freizeit für ihre Mitmenschen engagieren und schon zahlreichen Betroffenen geholfen haben. Ich wünsche der Selbsthilfegruppe mindestens für die nächsten 10 Jahre weiterhin viel Erfolg."
(Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, im September 2007)
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Wirtschaft

Grußwort der Adam Opel GmbH

"Schon 2001 haben Geschäftsführung und Betriebsrat der Adam Opel GmbH eine "Betriebsvereinbarung gegen Rassismus und für Chancengleichheit und respektvolle Zusammenarbeit" geschlossen. In der Industrie hat sie noch heute Vorbildcharakter. In der Vereinbarung wird Mobbing als Verstoß gegen den Grundsatz des respektvollen Umgangs miteinander gebrandmarkt. Dazu gehören das Verleumden, das Beschimpfen, das bewusste Ausgrenzen, das Bedrohen anderer Personen, das Verbreiten rufschädigender Gerüchte und auch die bewusste Über- oder Unterforderung von Personen im gesamten Konzern.

Eine Besonderheit der Betriebsvereinbarung ist, dass nicht nur aktives Mobbing als Verstoß gewertet wird. Auch die Duldung wird mit arbeitsrechtlichen Mitteln verfolgt.

Betroffene finden Ansprechpartner bei betrieblichen Vorgesetzten, Personalabteilung, Betriebsrat, Jugend- und Auszubildendenvertretung, Schwerbehindertenvertretung oder persönlicher Mitarbeiterberatung. Jeder Fall wird individuell analysiert, die Betroffenen werden direkt angesprochen, eine Reaktion des Unternehmens erfolgt sofort.

Opel legt großen Wert darauf, dass alle Mitarbeiter für eine Unternehmenskultur sensibilisiert werden, in der Mobbing keinen Platz hat. Schön, dass sich "No Mobbing" schon seit zehn Jahren für die gleichen Ziele einsetzt."
(Holger Kimmes, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor Adam Opel GmbH, 12.07)
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Rehabilitationsträger

Grußwort der Deutschen Rentenversicherung Bund

"Arbeit zählt zu den wichtigsten sozial integrativen und das Selbstbewusstsein stärkenden Faktoren.

Psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz, beispielsweise durch drohende Arbeitslosigkeit, haben in der jüngeren Vergangenheit leider zugenommen. Über- oder Unterforderung, starker Konkurrenz- und Zeitdruck mit nur geringen Entscheidungsspielräumen, aber auch mangelnde Führungsqualitäten Vorgesetzter sowie eine vernachlässigte Unternehmenskultur allgemein können dazu beitragen, ein Betriebsklima zu erzeugen, das den Nährboden für die systematische Ausgrenzung, also das Mobbing von einzelnen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bildet.

Anhaltende Mobbing-Situationen können langfristig zu erheblichen psychischen Beeinträchtigungen und in der Folge zu Arbeitsunfähigkeit und in Einzelfällen sogar zu einer Gefährdung der Erwerbsfähigkeit führen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, gibt es inzwischen in vielen Unternehmen und Institutionen spezifische Beratungsstellen, die unter anderem Vermittlungsangebote unterbreiten und auf weitergehende Unterstützungs- möglichkeiten, wie zum Beispiel durch eine Selbsthilfegruppe, aufmerksam machen.

Im Land Nordrhein-Westfalen hat die Selbsthilfegruppe „NO-Mobbing“ die wichtige Aufgabe übernommen, in ehrenamtlicher Tätigkeit von Mobbing betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Sachinformationen, Rat und praktischer Hilfe zur Seite zu stehen. Darüber hinaus zeichnet sich „NO-Mobbing“ durch eine exzellente Öffentlichkeitsarbeit aus, um die Initiative und ihre Ziele in der Bevölkerung bekannt zu machen.

Ich beglückwünsche die Selbsthilfegruppe „NO-Mobbing Bergisches Land“ zu ihrer nunmehr zehnjährigen vorbildlichen Arbeit und wünsche ihr auch für die Zukunft viel Erfolg."

(Dr. Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, 1.08)

Wuppertal im Januar 2008